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Berühmte Architekten und Ingenieure der Geschichte - USA

 

 Frank L. Wright (1867-1959)

Der prägendste amerikanische Architekt der 1. Hälfte des 20. Jhs. Seine Schaffenszeit umfasste mehr als 70 Jahre, dabei wiederholte er sich nie, war nie mit Routinearbeit zufrieden und übernahm nie fremde Ideen.

Er arbeitete anfänglich mit Sullivan zusammen, den er stets bewunderte. In dessen Büro wurde ihm schon früh der Bau von Wohnhäusern übertragen. Der erste Gebäudetyp, den er als selbständiger Architekt entwickelte, ist das Prärie - Haus, wie er selbst es nannte: niedrig und weit flächig, die Räume gehen ineinander über, Terrassen und Gärten sind miteinander verschmolzen, die Dächer kragen weit vor. Häuser dieses Typs baute er in den Vororten von Chicago (Oak Park, Riverside usw.).

Seine Bauten zeigen eine konsequente Entwicklung, die in kühnen und völlig neuartigen Entwürfen gipfelte. Die Serie dieser Prärie - Häuser wurde vor 1900 begonnen, die Mehrzahl war bis 1905 erbaut; den Höhepunkt bildet das Robie House in Chicago (1908); um diese Zeit entstanden auch die Unitarier - Kirche in Oak Park (1906) und das Larkin Building in Buffalo (1904, abgerissen 1950) - beide zeigen die gleichen Stilelemente und die gleiche Frische in der Erprobung neuer Wege wie die Privathäuser. Das Larking Building kann man als das eigenständigste Bürogebäude seiner Zeit bezeichnen.

Wright erhielt um die Zeit des Ersten Weltkriegs einige größere Aufträge: Midway Gardens in Chicago (1913), eine verschwenderisch ausgestattete und bald abgebrochene Vergnügungsstätte, und das Hotel Imperial in Tokio (1916-20, kürzlich zerst.). Er arbeitete hier mit Raymond zusammen, der sich anschließend in Japan niederließ. Beide Gebäude waren überreich dekoriert. Die Elemente dieser Dekoration, polygonale und spitzwinklige Formen, entsprachen vollkommen Wrights Stil. Sie wurden von Anfang an von ihm bevorzugt, treten aber in den Prärie-Häusern, zumindest am Außenbau, kaum hervor. Die Häuser, die Wright in den 20er Jahren in Kalifornien baute, zeigen eine neue Technik: montierte Betonfertigteile, die es ermöglichten, auch die Außenflächen eines Baus dekorativ zu gestalten (Millard House, 1923).

Sein eigenes Haus Taliesin bei Spring Green, Wisconsin, (1911, 1914, 1925) war dagegen ganz aus dem dort vorkommenden Kalkstein gebaut. Von nun an ging Wright mehr und mehr eigene Wege, sehr selten findet man eine Parallele zu den internationalen Entwicklungen und Konventionen. Eine Ausnahme ist das Privathaus Falling Water in Bear Run in Pennsylvania (1936-37). Von seinen Bauten, die um 1914 bis 1917 Gropius ebenso beeinflussten wie die holländische Künstlergruppe - De Stijl, steht keines in Europa; der Bau seines kleinen schlichten Studentenhauses für Venedig wurde verhindert.

Wright fand spät die ihm gebührende Anerkennung. Erst in den 40er und 50er Jahren erhielt er größere Aufträge. Der erste war das Johnson Building in Racine in Wisconsin (1936-39). Hier errichtete er ein Verwaltungsgebäude mit Backsteinwänden und Fensterbändern aus Glasrohren; die Innenräume haben pilzartige Eisenbetonsäulen; 1949 kam der Turm für Laboratorien hinzu.

Die Kapelle des Florida Southern College wurde 1940 errichtet, die Unitarier Kirche in Madison 1947 entworfen, 1950 gebaut;der Plan für das Guggenheim-Museum in New York entstand 1943 (erbaut 1956-59) Das als spiral förmige Rampe über einem kreisförmigen Grundriß entworfene Museum ist funktionell nicht überzeugend, in der Form aber zweifellos eindrucksvoll. 1955 wurde das Bürohochhaus in Bartlesville, Oklahoma, fertiggestellt. Das Hochhaus und die zwei Kirchen zeigen Wrights Vorliebe für spitze Winkel und scharfe Kanten mehr als irgendeines seiner früheren Werke. Die erneute Hinwendung der Architektur zu spitzwinkeligen und organischen Formen seit den 50er Jahren gab Wrights Werk neue Aktualität.

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